PM: Kampf gegen Antisemitismus in Landesverfassung verankern
Pressemitteilung
Bonhoeffer-Haus unterstützt Forderung:
Kampf gegen Antisemitismus in Landesverfassung verankern
Berlin.
Die Erinnerungs- und Begegnungsstätte Bonhoeffer-Haus unterstützt die Forderung, den Kampf gegen Antisemitismus in der Berliner Landesverfassung zu verankern. „In Zeiten, in denen sich jüdische Mitbürger in der Bundeshauptstadt nicht mehr sicher fühlen, muss ein klares Zeichen gesetzt werden“, fordert der Vorstand des Trägervereins. Er unterstützt damit einen Vorstoß des Rabbiners Andreas Nachama sowie des evangelischen Bischofs Christian Stäblein und seines katholischen Amtsbruders Heiner Koch. Der Trägerverein des Bonhoeffer-Hauses erklärte: „Berlin ist der Ort, in dem der Holocaust geplant und gelenkt wurde. Die Stadt steht aber auch für den Widerstand gegen die NS-Herrschaft. Dietrich Bonhoeffer, sein Bruder Klaus und seine Schwäger Hans von Dohnanyi und Rüdiger Schleicher traten der Ausgrenzung und Verfolgung von Jüdinnen und Juden entschieden entgegen und gaben ihr Leben für Gerechtigkeit und Menschlichkeit. Ihr Schicksal mahnt uns, die Stimme für Rechtsstaat und Demokratie zu erheben. Für Antisemitismus darf in Berlin kein Platz sein.“
Der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer gehörte in der NS-Zeit zur oppositionellen Bekennenden Kirche und war bis zu seiner Verhaftung am 5. April 1943 Teil der Gruppe von Verschworenen, die das Attentat am 20. Juli 1944 wagten. Er wurde am 9. April 1945 im Konzentrationslager Flossenbürg hingerichtet. Das Haus seiner Eltern in Berlin-Westend, in dem Bonhoeffer während seiner Berlin-Aufenthalte lebte und arbeitete und, wo er schließlich verhaftet wurde, ist heute ein Ort der Erinnerung und Begegnung.